Die Guanchen und der heilige Berg von Tindaya
28.09.2008
Um über den heiligen Berg berichten zu können, müssen wir uns zunächst einmal
kurz mit der Entstehungsgeschichte Fuerteventuras und deren Ureinwohnern, den
Guanchen, oder wie man sie heute nennt, mit den Altkanariern beschäftigen.
Vor 20 Millionen Jahren sollen die kanarischen Inseln durch eine rege
Vulkantätigkeit im Atlantik auch aus diesem emporgestiegen sein. Ob nun diese
Theorie oder aber die Shelf - Theorie, die das Auseinanderdriften der Kontinente
und die Entstehung Afrikas und Amerikas verursachte, die richtige ist, ist nach
wie vor umstritten.
Schon 500 v. Chr. besiedelten Menschen, die aus Nordafrika kamen, die
kanarischen Inseln. Die Siedler fanden bereits existierende Königreiche der
Guanchen vor. Man weiss aber bis heute nicht genau, woher die Guanchen wirklich
kamen. Es muss daher schon viel früher mehrere Besiedlungsphasen der Kanaren
gegeben haben. Man vermutet, dass schon 3000 v. Chr. Menschen auf die Inseln
kamen, die mit Booten, aus Binsen gefertigt, aus Afrika übersetzten. Für diese
Theorie, dass die Menschen hauptsächlich aus Europa und dann über den
afrikanische Kontinent kamen, spricht auch die Hellhäutigkeit, sprechen die
blauen Augen und auch die blonden Haare, die man heute noch an wenigen, auf den
Inseln lebenden Spaniern bemerken kann.
Aus Aufzeichnungen von Plinius und den Metamorphosen Ovids wissen wir, dass im
1. Jahrhundert nach Christi Geburt weitere Siedler aus Afrika gekommen sein
müssen, die aber nichts mit den Guanchen, den Ureinwohnern, gemeinsam hatten und
ihnen in keiner Weise ähnlich sahen.
Bis zur Eroberung der Inseln durch die Spanier im Jahre 1312 und 1402 wohnten
die Altkanarier in steinzeitlichen Kulturen. Ihre Sprache kann man nicht
zuordnen, vermutet aber ihren Ursprung bei den Berbern und Libyern. Die
spanischen Konquistadoren töteten viele Guanchen oder verschleppten sie als
Sklaven.
Heute zeugen nur noch Ortsbezeichnungen, wie Triquivijate, Giniginamar, oder
Tesejerague von den Ureinwohnern der Insel, den Guanchen, und natürlich Höhlen-
und Felsenmalereien, die aber nur eine vage Vermutung zulassen, die Vermutung,
dass eine gewisse Verbindung zu den Megalithkulturen Nordspaniens bis hin nach
Ägypten bestanden haben muss.
Ebenso ungeklärt sind die Tatsache und der Grund für ca 200 Fußabdrücke, die man
am Berg Tindaya fand. Man verbindet sie mit einer Kultstätte, einer Opferstelle
der Guanchen, und nannte daher den Berg, den heiligen Berg.
Die Fußabdrücke selbst sind geometrische Figuren und haben an ihrem vorderen
Teil je fünf Zehen, die aber nur strichweise angedeutet wurden, aber als solche
zu erkennen sind. Sie sind in einer Höhe von ca. 200 m am Berghang zu finden. Da
sie paneelartig angelegt wurden, sind sie leicht zu entdecken. Sie geben aber
nur fast schemenhaft die Silhouette von Füssen wieder. Ob die Abdrücke
eingeritzt oder aber durch Druck entstanden sind, lässt sich nicht mehr
feststellen. Die Zeit und die Erosion haben dieses Geheimnis abgetragen.
Kronologisch lassen sich die Abdrücke nicht zuordnen, aber sicher ist, dass
diese podomorphen Abdrücke prähistorischen Ursprungs sind.
Um den Berg besteigen zu können, benötigt man eine schriftliche Genehmigung, die
man bei der Inselverwaltung in Puerto del Rosario erhält.